- Titel: Q10
- Genre: Schule / Liebe
- Episoden: 9
- Jahr: 2010
- Drama-Wiki Artikel (englisch)
- Q10 - Episode 1 (englische Unertitel)
Wer hier als erstes an eine weibliche Version vom Dorama "Zettai Kareshi" denkt, ist mit diesem Gedanken nicht allein ;)
'Okay', hab ich mir gedacht, 'dann halt mal andersrum.' und habe etwas in die Richtung 'Video Girl Ai' oder 'Chobits' erwartet. Was ich bekommen habe, war dann aber doch etwas ziemlich anderes. Ob besser oder schlechter bleibt wohl den jeweiligen Geschmäckern überlassen zu entscheiden, ich kann zumindest sagen, dass ich es nicht bereut habe, diese Serie geschaut zu haben, auch wenn es einige Kritikpunkte gibt. Dazu aber später.
Es geht um den 18jährigen Schüler Heita, der einen Herzfehler hat und dadurch eher eigenbrötlerisch ist. Die einzige Person für die er sich interessiert ist sein bester Freund, den er in Kindheitstagen durch seine Krankheit kennengelernt hat, da dieser dasselbe Problem hat. Heita interessiert sich sonst für nichts, nicht seine Klassenkameraden, nicht seine Zukunft, und erst recht nicht Mädchen
Und genau dieser zrückgezogene, desinteressierte Junge findet in einem ungenutzen Raum in der Schule ein Mädchen, welches sich als Roboter herausstellt. Da Heita das Robotermädchen ausversehen aktiviert, sieht dieses ihn als ihren Besitzer. Schulleiter und wenige Lehrer kriegen schnell von dem Fund mit und entscheiden, damit kein großes Furore aufkommt, wie das Roboter-Mädchen in die Schule kam, wird dieses als neue Schülerin ausgegeben und Heita soll sich darum kümmern, dass sie nicht auffliegt - immerhin hat er sie ja "angeschaltet" und nun am "Hals".
Zuerst hat der seine Ruhe liebende Heita da natürlich gar keine Lust drauf, aber als Kyuto (Q10, der Modellname japanisch ausgesprochen ;)) anfängt in ihm das Interesse für seine Mitmenschen, seine Umwelt und sein eigenes Leben zu wecken, also seine Mir-ist-alles-egal-Fassade durchbricht, kann er nicht anders, als sich von ihr angezogen zu fühlen.
Natürlich ist die Story kurzgefasst "Junge verliebt sich in Robotermädchen, aber kann das gut gehen?", was nicht gerade von Einfallsreichtum und geistig hochentwickelter Story ahnen lässt und auch wenn die Macher versucht haben, einen "mystischen" Hintergrund hinter die Geschehnisse zu bringen, ist das eher schlecht als Recht gelungen und man bleibt als Zuschauer nur mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf zurück. Aber so eine Serie schaut man ja nicht, weil man die Über-mega-Story erwartet, oder?
Nein, man schaut so etwas für die niedliche, unschuldige Liebesgeschichte, ein süßes Robotermädchen (okay... das ist Geschmackssache... mir ging sie etwas auf die Nerven ;)) und pseudo-philosophische Gedankenströme.
Was mich an der Serie gefesselt hat, ist die Subtext-Story, dass ein Roboter, also ohne menschliche Denkweisen und Gefühle, eine ganze Klasse, angeführt durch den Hauptcharakter, dazu bringt, auf einander einzugehen, sich für die Mitmenschen zu interessieren und sich Gedanken über das eigene Ich und die Zukunft zu machen. Also, wie langsam Durchschnittsjapaner, die mehr an Maschinen als an Menschen erinnern, durch einen Roboter zu mitfühlenden Individuen werden. Das ist ein Thema mit dem ich definitiv mehr anfangen kann, als diese ganze "pseudo-niedliches Roboter-Mädchen"-Sache. Aber auch da gibt es Punktabzug, weil natürlich - und auch das hat man ja eigentlich nicht anders erwartet bei dem Genre - schmalztriefende, total überdramatische Szenen nicht fehlen. Und davon pro Folge mindestens eine. Typisch japanisches Gutmenschen-Zeug. An der Grenze zum Unaushaltsamen kitschig, aber trotzdem irgendwie rührend.
Meiner Meinung nach hätte man mit einem großen Zewa den Schmalz abtupfen, die Produzenten sich 2 Minuten länger mit der Auflösung der Hintergrundstory beschäftigen lassen, Logiklücken gestopft werden und Kyuto etwas "normaler" sein können (ernsthaft, und da is niemandem aufgefallen, dass an der was faul ist?!).
Aber trotzdem überwiegen die positiven Punkte, nämlich die sonst smpathischen Charaktere (bis auf eine Ausnahme vielleicht), den eingängigen Ending-Song, die durchweg positive Aussage des Dramas und natürlich das warme Gefühl, das im Herzen zurückbleibt und die Schönheitsfehler dieser Serie in den Hintergrund treten lässt.
Story: 4/10
Charaktere: 7/10
Musik: 6/10
Unterhaltung: 8/10
Gesamt: 6,25 / 10
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